Küche & mehr in Mietwohnung
Wenn man so einige Jahre im Ausland verbracht hat, verwundern einen schon einige Dinge in Deutschland. Warum zum Beispiel werden viele Wohnungen ohne eine Küche vermietet?
Es hilft nichts, eine Küche musste her. Nachdem auf Ebay-Kleinanzeigen nichts passendes hatte, sollte es ein IKEA Hack werden, in der Hoffnung das Budget durch DIY-Anteile einigermaßen im Schach zu halten (ob sich der Aufwand gelohnt hat ist eine andere Frage…). Korpusse und Schubladen wurden in mehreren Tagen, und mit Hilfe der erweiterten Familie, bis tief in die Nacht zusammengeschraubt. Für die Feinarbeit würden jedoch Profis engagiert. Die weißen und grünen Fronten sind IKEA, die weiß geölten Holzfronten mit Griffnut und Arbeitsplatte wurden von einem Schreiner gefertigt. Alle Fronten in Holz hätten das Budget gesprengt, Holz und weiß war zu farblos, Holz und grün zu dunkel, weiß und grün zu kalt: die Mischung der drei Farben jedoch versprach eine verspielte Eleganz, ergänzt durch schwarze Akzente. Auf dem schwebenden Regal in schwarz geölter massiver Eiche werden nützliche und schöne Dinge ausgestellt, während alles weniger schöne in den praktischen Schubladen verschwindet. Eine Sitzbank am Fenster mit Ausblick in den Park macht die Küche nun zum gemütlichsten Raum der Wohnung.
Später wurde die Bank noch durch Polster ergänzt, sowie ein maßgeschneiderter, von Wabi Sabi inspirierter Eichentisch entwickelt, der den Zugang zur Bank erleichtert, und gleichzeitig Sitzplätze und Beinfreiheit maximiert.
Ganz im Sinne vob “Slow Budget” - erst testen, ausprobieren, was man überhaupt braucht, und dann das Design weiterentwickeln.
Nachdem etwas Verschnaufpause von der Küche war wurde noch das Schlafzimmer verschönert: Der Einbauschrank ist IKEA Metod mit Passblenden im gleichen grün wie die Küche. Die Holzpanele mit hellem Filz gab es online. Es wurde dabei mit 2cm Abstand zur Wand befestigt, damit dahinter noch eine LED Leiste angebracht werden konnte.
Im Kinderzimmer wurden zwei Hochebenen gebaut. Das größere Bett etwas höher - 1,65m unten, dafür nur 1,3m oben. Die andere Hochebene etwas niedriger, so dass bei fast 3m Raumhöhe ungefähr gleich viel Höhe oben und unten ist. Durch die unterschiedlichen Höhen hat man unterschiedliche Raumeindrücke und Perspektiven, was gerade Kindern gefällt.
Die Hochebenen können als Hochbett oder Spielebene genutzt werden. Die Höhe war so entwickelt, dass unter dem Bett auch eine IKEA-Platsa Schrankkombi platziert werden kann). Diese ist modular und damit sehr flexibel.
Da sich die Bedürfnisse von wachsenden Kindern konstant ändern, war Flexibilität sehr wichtig. Es sollte möglich sein, sowohl oben als auch unten zu schlafen, und unten auch mit einer Doppelmatratze oder ausziehbaren Bett. Jedes Kind hat nun seinen eigenen privaten Bereich auf und unter der Hochebene, der offene Raum dazwischen ist gemeinsam genutzt. Die Hochebene erreicht man indem man auf die Möbel klettert- das ist zwar etwas unkonventionell, macht den Kindern aber viel Spaß und spart Platz für eine Leiter. Diese kann aber später auch nachgerüstet werden.