Einfach bauen
“Einfach bauen” kann sowohl einfache bauliche Strukturen bedeuten: z.B. (Offen-)Stall für Pferde, ein Baumhaus, Geräteschuppen, Sitzskulptur im Garten, oder auch temporäre oder experimentelle Bauten. Es kann aber auch bedeuten, einfache, natürliche oder wiederverwendbare Materialien zu verwenden, z.B. Bauen mit Holz, Stampflehm, Baubotanik.
Konzept für eine mobile Weidehütte
Weidehütten werden funktional gedacht: ein Dach, vier Wände, irgendwo auf der Weide aufgestellt. Sie fügen sich nicht in die Landschaft ein, wirken provisorisch und werden im Sommer durch das Metalldach zu heiß. Dabei ist eine Weidehütte ein Ort, an dem Pferde täglich Schutz suchen und Menschen täglich arbeiten - füttern, striegeln, versorgen.
Geht das nicht anders?
Der Entwurf dieser Weidehütte baut auf dem Standardmaß einer mobilen Weidehütte auf (4×3m). damit sie transportierbar ist und damit keine Baugenehmigung erfordert. Schraubfundamente verankern sie im Boden ohne Betonierung und hinterlassen beim Abbau keine bleibenden Spuren.
Die Öffnung zeigt entgegen der Hauptwindrichtung (meist Osten) damit sie Pferde beim Heraustreten nicht im Wind stehen. Gleichzeitig fällt die Morgensonne in die Hütte, während die stärkere Nachmittagssonne von hinten kommt und der Innenraum kühler bleibt.
Das Tragwerk besteht aus Aluminium: leicht, korrosionsbeständig und stabil. Da die Wände keine flächigen Platten haben, übernehmen Aluquerstreben die Aussteifung der Konstruktion. Die Wände bestehen aus korrosionsbeständigen Stahlmatten: Sie sind offen genug für Luftbewegung, robust gegen Pferde und dienen gleichzeitig als Rankgerüst für die Begrünung. Das Dach ist als Trapezdach ausgeführt und extensiv begrünt. Die Substratschicht isoliert und kühlt durch Verdunstung, was den Hitzeeintrag im Sommer deutlich reduziert.
An den Stahlmatten wächst Hopfen oder Heckenrosen, also für Pferde ungiftige Pflanzen. Im Sommer wachsen die Pflanzen dicht genug für wirksamen Wind- und Sichtschutz, im Winter wird die Struktur frei und lässt Licht durch.
Der Hopfen wächst aus einem umlaufenden Pflanztrog, der als Sekundärkonstruktion in die Hauptstruktur eingehängt ist. Eine ausrollbare Markise oder ein zum Transport einklappbares Dach verlängert den Sonnen- oder Regenschutz. Wenn der Hopfen seine Blätter verliert im Herbst wird innen ein winddichter Zeltstoff angebracht, der die offene Wandstruktur schließt und die Hütte witterungsfest macht.